Lightroom Tipps

27. September 2009 , Tobias

Wer sich in meinen Galerien umgeschaut hat, dem sind sicher ein paar Fotos aufgefallen, die ganz offensichtlich nachbearbeitet worden sind. Meine grundsätzliche Haltung zur Bildbearbeitung ist: Erlaubt ist alles, was gefällt und die gewünschte Bildwirkung verstärkt. Denn bereits bei der Aufnahme muß der Fotograf so viele Entscheidungen und Einstellungen vornehmen, dass das gleiche Motiv völlig unterschiedlich in Szene gesetzt werden kann. Und das noch ganz ohne Photoshop! Die gezielte Nachbearbeitung des Fotos in der digitalen Dunkelkammer ist meiner Meinung nach nur die konsequente Fortsetzung des Aufnahmeprozesses. Realität ist subjektiv, könnte man auch sagen. Wie auch immer.

Also laßt uns doch mal ein Foto aus der Kiste ziehen und nachvollziehen, was da wie verändert wurde. Nehmen wir zum Beispiel ein Bild aus der Berliner Höhenweg Reihe. Unten ist eine vorher-/nachher Gegenüberstellung zu sehen.

dsc_4721_halb_bearbeitet

Ich habe bewußt ein Bild aus dieser Reihe ausgewählt, da ich auf die hier gezeigten Effekte bereits angesprochen wurde. Wir haben da zum einen eine Farbfilterwirkung, die fast schon einer Sepia-Tonung entspricht. Dann fällt die starke Vignettierung auf (Randabdunkelung). Irgendwas ist mit der Sättigung passiert. Der Schwarzpunkt wurde verschoben. Und dann haben wir da noch diesen schicken weißen Bildrand mit runden Ecken. Ganz schön viel für den Anfang? Gar nicht.

Das Programm, das ich verwendet habe und dass ich euch sehr ans Herz legen möchte ist Lightroom aus dem Hause Adobe. Das ist die gleiche Softwareschmiede, aus der auch Photoshop stammt. Die Programme ersetzen sich keineswegs, sind aber eine wunderbare Ergänzung zueinander. Mit Lightroom bearbeite ich bestimmt 95% meiner Fotos. Nur wenn es auf Pixelebene zur Sache geht, dann ist ein Wechsel zu Photoshop erforderlich. Viele, viele nützliche Infos zu Lightroom findet ihr auf der Seite Lightroomkillertips.com von Matt Kloskowski. Wirklich sehr zu empfehlen.

Zurück zu dem Foto und den Anpassungen in Lightroom. Noch bei der Aufnahme habe ich den starken Kontrast im Bild (heller Hintergrund mit den schneebedeckten Bergen vs. schattiger Bereich mit kleinem Tümpel im Vordergrund) mittels eines Grauverlauffilters abgemindert. Dadurch war es möglich, in den hellen aber auch in den dunklen Bildbereichen ausreichend Details und Zeichnung zu erhalten. Später unter Lightroom habe ich diesen Effekt noch über einen digitalen Grauverlaufsfilter verstärkt.

Hier ist nochmal das Originalbild.

dsc_4721

Und hier wird der Verlaufsfilter unter Lightroom angewendet.

(Irgendwie fange ich mir bei den Screenshots unter Vista einen Farbstich ein. Bei dem Original Bild incl. Farbprofil am Anfang und Ende dieses Artikels stimmen die Farben dann wieder. Wenn da jemand einen Tip für mich hat, dann her damit.)

dsc_4721_lightroom_1

Ein kleines Staubkorn hat sich noch oben links am Himmel verirrt. Das wird über den Bereichsreparaturpinsel korrigiert.

dsc_4721_lightroom_2

An dieser Stelle wird es Zeit, ein nützliches kleines Tool vorzustellen, dass ich unter Lightroom als Preset eingebunden habe. 300 von Mike Lao. 300 kommt von dem gleichnamigen Film (hab ich nicht gesehen) und der Ähnlichkeit zu dem hier verwendeten optischen Filtereffekt. Dieses Preset kann man einfach unter Lightroom einbinden, indem man die Files in den entsprechenden Ordner kopiert. Bei mir ist das unter Vista C:\Users\Tobias\AppData\Roaming\Adobe\Lightroom\Develop Presets\User Presets.

Schauen wir uns mal das Ergebnis an. (Achtung, der Screenshot hat einen unerwünschten Farbstich. Suche noch nach einer geeigneten Lösung für die Screenshots in diesem Blog.)

dsc_4721_lightroom_3

Die geänderten Einstellungen lassen sich so zusammenfassen.

Grundeinstellungen:

  • Belichtung: 0 -> 33
  • Wiederherstellung: 0 -> 20
  • Aufhelllicht: 0 -> 40
  • Schwarz: 5 -> 50
  • Helligkeit: 50 -> 45
  • Kontrast: 25 -> 75
  • Lebendigkeit: 0 -> 40
  • Sättigung: 0 -> -70

Gradationskurve:

  • Helle Farbtöne: 0 -> 2
  • Dunkle Farbtöne: 0 -> -2
  • Tiefen: 0 -> 8

Teiltonung:

  • Lichter/Farbton: 0 -> 55
  • Lichter/Sättigung: 0 -> 31
  • Abgleich: 0 -> 53

Vignettierung:

  • Objektivkorrektur/Betrag: 0 -> -100
  • Objektivkorrektur/Mittelpunkt: 50 -> 20

Das Ergebnis gefällt mir schon sehr gut so. Ansonsten ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die oben genannten Einstellungen individuell an das Bild anzupassen und damit die gewünschte Bildwirkung einzustellen. Ich möchte hier lediglich mehr Zeichnung im Bereich des Himmels haben. Die Wolken sind hier fast weiß und zeigen kaum Struktur. Das läßt sich leicht über eine selektive Luminanzkorrektur des blauen Himmels erreichen. Das Bild ist damit schon fast fertig.

dsc_4721_lightroom_4

Richtig, der weiße Rahmen fehlt noch. Hierfür gehe ich nocheinmal in die Vignettierungseinstellungen und ändere unter “nach Freistellen” die Werte entsprechend.

dsc_4721_lightroom_5
  • Betrag: 0 -> 100
  • Mittelpunkt: 50 -> 0
  • Rundheit: 0 -> -100
  • Weiche Kante: 50 -> 0

Und fertig ist das Bild.

dsc_4721

Eine Antwort auf “Lightroom Tipps”

  1. Endlich ein Rahmen für Bilder, direkt in LR erzeugt! Danke für den Tipp! Gibt es noch weitere Möglichkeiten, direkt mit/aus LR Rahmen zu erzeugen?

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