Man kennt das ja, je kompakter die Kamera und der Bildsensor, umso größer fällt selbst bei offener Blende die Tiefenschärfe im Bild aus. Ergebnis sind Fotos, deren Vorder- und Hintergrund scharf abgebildet sind. Das kann erwünscht sein. Oft ist es das aber auch nicht. Zum Beispiel, wenn der Hintergrund eher störend wirkt und von den Hauptobjekten im Bild ablenkt.
In Photoshop gibt es glücklicherweise einen mächtigen Filter, mit dem man nachträglich über die Bildbearbeitung die Tiefenschärfe manipulieren und sogar die Schärfenebene im Bild steuern kann. Um den “Tiefenscharfe abmildern” Filter sinnvoll einzusetzen, ist allerdings noch ein wenig Handarbeit erforderlich. Denn was noch fehlt, ist die Tiefeninformation der Objekte, die im Bild zu sehen sind. Wie man diese Information dem Bild hinzufügt und den Filter richtig einsetzt, das möchte ich an dem Beispiel dieses Fotos zeigen.
Photoshop ist ein smartes Tool, doch es weiß trotzdem nicht, was im Bild Vorne oder Hinten ist. Es gibt aber einen Weg, wie man diese Information dem Bild nachträglich hinzufügen kann. Hierfür benötigt man eine Maske (Alphakanal), deren Grautöne später von dem Filter als Entfernungswerte interpretiert werden. Die Grautöne sind z.B. mit Hilfe des Verlaufswerkzeugs, der Pipete und des Pinsels von Hand aufzumalen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bereiche mit gleicher Tiefe auch den gleichen Grauwert bekommen.
Beginnen wir mit dem Ausgangsbild, das wir in Photoshop öffnen.
In der “Kanäle” Auswahl erstellen wir über einen Klick auf das Blattsymbol gleich neben dem Papierkorb einen neuen Alphakanal. Der erscheint zunächst schwarz. Im nächsten Schritt sind die Grauwertabstufungen hinzuzufügen. Für den Tiefenverlauf von den Füßen bis zu dem Haus im Hintergrund bietet sich der Verlaufsfilter an. Darauf achten, dass wir für die Vorder- und Hintergrundfarben Schwarz und Weiß eingestellt haben.
Jetzt wird es ein wenig aufwendiger. Die Personen im Vordergrund sollen später in einer Schärfenebene zu sehen sein. Diese ist von oben bis unten die selbe. Deswegen nehmen wir die Pipette und greifen uns den Grauwert von den Füßen. Der Alphakanal ist hierfür immernoch ausgewählt! Dann malen wir mit diesem Grauwert (hier fast Weiß) in dem Alphakanal die Körper aus.
In Photoshop sieht das dann so aus.
Jetzt haben wir es fast geschafft. Wir wechseln in der “Kanäle” Liste wieder von dem Alphakanal zu RGB und rufen dann den Tiefenschärfe abmildern Filter auf.
Hier wählen wir als Quelle unseren eben erstellten Alphakanal aus. Über den Weichzeichnen-Brennweite-Slider kann nun ganz bequem die Schärfenebene auf unser Paar im Vordergrund eingestellt werden. Der Hintergrund erscheint dann unscharf. Die Wirkung dieses Filters läßt sich noch über zahlreiche zusätzliche Einstelloptionen anpassen.
Das oben gezeigte fertige Bild wurde zusätzlich noch in Graustufen umgewandelt, wobei auch noch eine Vignettierung aufgetragen wurde.
Viel Spaß beim Nachturnen!
Schick! Da bekommt man ja fast Lust, das auch mal auszuprobieren.
Haette garnicht gedacht, dass der filter mit dem Trick so intelligent richtig Tiefenschaerfe rein bringt.
Mir gefaellt auch sehr gut, wie du schreibst.
Mach weiter so!
Hey, danke! Den Blumenstrauß für den ersten Kommentar in meinen Blog gibt’s nächstes Mal.
Prima! Jetzt weiß ich endlich wieder, wie das geht!! Danke!
Übrigens: tolle Tipps für Lightroom hast Du da!! wenn es mehr gibt, dann lese ich auch mehr davon
LG, Heintje