Zufällig las ich 2007 im Blog von Moose Peterson einen Artikel über das damals ganz neue di-GPS mini. Dabei handelt es sich um einen GPS-Empfänger für semi-professionelle Nikon Kameras, bei dem die Positionsinformationen direkt über die Kamera in den EXIF-Daten der Fotos gespeichert werden. Das di-GPS wird hierfür einfach auf den Blitzschuh geschoben und über ein spezielles Kabel mit der Kamera verbunden. Über das erfolgt dann auch die Stromversorgung. Wird mit initialisiertem GPS ein Foto aufgenommen, lassen sich Aufnahmeposition- und Höhe bereits bei der Bildvorschau auf dem Kameradisplay anzeigen. Der gute Moose hatte sein Spielzeug damals zum Vatertag geschenkt bekommen. Ich hingegen mußte noch bis Weihnachten warten, bis ich mir das Teil für happige 250 Euro (inkl. Zoll) direkt von Dawn Tech aus Honkong zukommen ließ. Dann konnte ich es aber bereits auf einer Neuseelandreise ausprobieren und hatte so viel Spaß damit! Ein leichtes GPS, das man immer dabei hat und bei dem kein Nachbearbeitungsprozess erforderlich ist, um die Bilddaten am Ende in die Fotos zu bekommen. Was hatte ich darauf gewartet!
Seit dem hat mich das GPS mini auf allen meinen Reisen begleitet. Schon nach kurzer Zeit bekam ich auch die wenigen Schwächen im Griff. Dazu gehörte, dass man das GPS bereits einige Minuten vor dem ersten Foto einschalten mußte, damit es eine Chance hat sich zu initialisieren. Einmal initialisiert war die Ortung aber auch im Wald oder im Flugzeug kein Problem mehr.
Dann kam Weihnachten 2009 und ich hörte wieder von Dawn Tech. Dort hatte man einen ganz neuen Nachfolger entwickelt, das di-GPS mini 3L. Äußerlich hat sich nicht viel geändert, jedoch verfügt das Teil nun zusätzlich über einen Mini-USB-Anschluß und kann auch als Logger eingesetzt werden. Das war für mich Grund genug für ein Upgrade. Sonntag bestellt hatte ich das GPS bereits am Mittwoch aus Honkong zugeschickt bekommen. Das hat mich wirklich beeindruckt. Bei Dawn Tech ist das Mini 3L für 1180 Hong Kong Dollars zu haben (zur Zeit etwa 112 Euro) plus 23% Steuern die bei der Einfuhr anfallen. Alternativ kann ich den deutschen Händler und GPS-Foto-Spezialisten GPS-Camera empfehlen, der das Mini 3L für 149,- Euro im Programm hat. Hier gibt es zusätzlich auch eine ins Deutsche überstzte Bedienungsanleitung, es gilt das hiesige Umtauschrecht und sollte es doch mal zu technischen Problemen kommen hilft man dort gerne weiter.
Ein großer Vorteil der neuen Logger-Funktion ist, dass nun bei Verlust der GPS-Verbindung (z.B. im Gebäude oder wärend der Initialisierung) einfach die letzte bekannte Position in den Fotos gespeichert wird. Außerdem kann man in dem 8MB großen Speicher über 260000 Positionen speichern. Das reicht auch für einen längeren Urlaub. Die Aufzeichnung kann dabei wahlweise über die Zeit (z.B. im Sekundentakt), die Positionsverschiebung oder eine Mindestgeschwindigkeit getriggert werden. So können unerwünschte Punktwolken bei Ruhephasen vermieden werden, die man ansonsten manuell korrigieren müßte. Ich habe hier einfach 32 Meter Positionsverschiebung als Kriterium eingestellt. Verlasse ich diesen Radius, wird automatisch die neue Position aufgezeichnet. Das kann auch bei ausgeschalteter Kamera erfolgen. Zum Konfigurieren und Auslesen der Log-Daten muß das di-GPS über das USB-Kabel mit dem Computer verbunden werden. Auf dem Rechner wird dafür eine kostenlose Java-Software von Dawn Tech installiert, die seit kurzem und nach regem Kontakt mit dem Support endlich auch unter Windows 7 64bit problemlos läuft.
Ich bin begeistert über diese gelungene Weiterentwicklung eines bereits ausgereiften Produkts und freue mich schon auf die nächste Gelegenheit, bei der ich das di-GPS unterwegs auf einer Reise testen kann.
Hallo Tobias!
Ich hab mir den Dawntech auch gerade bstellt und deinen Bericht mit großem Interesse gelesen. Da ich ebenfalls unter Win7 64bit arbeite, würde mich interessieren, welche Probleme du mit der Software hattest – und natürlich wie sie gelöst worden. Vielleicht hast du ja Lust dazu noch ein paar Zeilen zu schreiben?
LG Christian
Hallo Christian,
danke für dein Interesse. Die Software des di-GPS besteht aus einem USB-Treiber und dem eigentlichen Programm, über das sich das GPS einstellen und auslesen läßt. Erfreulicherweise hat der USB-Treiber bei mir unter Windows 7 64 bit auf Anhieb funktioniert, was bei dem verwendeten Chipsatz laut diesem Bericht nicht immer der Fall ist. Bei der Softwareinstallation muß man beachten, dass man ein 64bit Java benötigt. Bei meiner 64bit Home Premium Version von Windows 7 habe ich einen 32bit Internet Explorer gefunden. Deswegen war auch nur Java 32bit installiert. Wenn ich mich recht erinnere, lief damit weder die 32bit noch die 64bit Version der di-GPS Software. Nachdem ich manuell eine 64bit Java Version heruntergeladen und installiert hatte, lief die di-GPS 64bit Software endlich.
Auf die einzelnen Probleme mit der Dawntech-Software will ich hier nicht weiter eingehen. Der di-GPS mini 3L ist so ein tolles Spielzeug, aber leider sind die Jungs von Dawntech keine begnadeten Softwareentwickler. Nach einigen Anläufen und viel gutem Zureden haben sie es jetzt doch geschafft, eine mehr oder weniger fehlerfreie Software zu veröffentlichen. Letzte Woche kam bei Dawntech ein neues Software-Release 1.08 raus, das bei mir zufriedenstellend funktioniert. Zumindest klappt jetzt die Konvertierung in die gängigsten Log-Formate wieder und auch der Link zu Google Earth funktioniert.
Viel Spaß mit deinem GPS!
Tobias
Hallo Tobias!
Herzlichen Dank für diese hilftreichen Tipps! Ich könnte mir gut vorstellen, dass andere Anwender über die gleichen Probleme stolpern und sich dann freuen, hier den einen oder anderen Hinweis zu finden.
Mein mini 3L ist inzwischen eingetroffen und bei einem Kurztest hat zumindest das initialisieren innerhalb kürzester Zeit erfolgreich geklappt und auch das einbetten der Geo-Daten in die Bilder scheint problemlos zu funktionieren. Auch sonst macht das Produkt einen guten Eindruck, es klappert nichts und wirkt auch nicht als störender Fremdkörper an der Kamera.
Mit dem Logging, der Software und dem USB-Treiber (wieso braucht man da überhaupt was spezielles?) werde ich mich dann wohl am kommenden Wochenende mal in Ruhe beschäftigen.
Viele Grüße,
Christian