Im Kaffeedreieck Kolumbiens

27. August 2010 , Tobias

Die Focker 100 rollt immer schneller, hebt die Nase, ist mit einem Satz in der Luft und dreht auf Kurs in Richtung Pereira. Wir lassen Bogota hinter uns und freuen uns auf El triangulo del Cafe – das Kaffeedreieck von Kolumbien. Die Luft ist hier spürbar sauberer, das Gras grüner und die Landschaft bergiger. Tonys Reiseorganisation läuft geschmeidig wie ein Uhrwerk. Kaum angekommen sitzen wir schon wieder in einem Kleinbus und fahren Richtung Osten nach Santa Rosa de Cabal zu den Thermalquellen. Ich hatte einen einfachen Pool vor Augen, fand mich dann aber unter einem wunderschönen gewaltigen Wasserfall wieder, der für sich genommen bereits einen Abstecher wert ist.

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Das heiße Wasser der Thermalquellen wird an anderer Stelle aufgefangen und in Pools am Fuße des Wasserfalls umgeleitet. Hier könnte man Tage zubringen. Wir sind wie so oft die einzigen ausländischen Touristen. Und auch hier gilt die Regel: der Kolumbianer verwandelt sich erst zum Wochenende in einen Urlauber, unter der Woche hat man die meisten Attraktionen fast für sich alleine. Im Don Pascal (Santa Rosa de Cabal) genießen wir in gediegener Loungeathmosphäre hervorragenden Kaffee, bevor wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft für die nächsten drei Nächte machen.

Jesus ist klein und humpelt ein wenig. Mit großzügiger Gastfreundschaft empfängt er uns auf seiner Finca Bosque del Saman. Er ist noch schnell mit seinem Motorrad in die Stadt gefahren, um für uns Wein zu kaufen und läßt sich schließlich kaum davon abbringen, noch den Whirlpool für uns einzuschalten. Wir sind die einzigen Gäste. Richtig, es ist noch nicht Wochenende.

Nach einem frühen Bad im Pool geht es nach Salento. Unterwegs hält uns ein Militärposten an, heißt uns willkommen in Kolumbien und wünscht uns eine gute Reise. In Salento angekommen fahren wir mit einem Jeep weiter ins Valle de Cocora.

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Wir wechseln wieder das Transportmittel und finden uns noch etwas unsicher auf dem Rücken von recht kleinen Pferden (wohl eher Maultieren) wieder. Wir verstehen langsam, warum diese Gegend in sattem Grün ersäuft. Nicht nur wenn wie in diesem Jahr La Nina für häufige Regengüsse sorgt, ist diese Gegend ganz besonders mit Feuchtigkeit von oben gesegnet. Nachdem wir uns mit den Pferden entlang von Wiesen und Wäldern bis hoch zu einem kleinen Gletscherbach samt Wasserfall gekämpft haben, entscheiden wir uns umzukehren, da wir uns bei einem weiteren Aufstieg wohl eher in einer Regenwolke wiederfinden würden. Wir reiten zurück und genehmigen uns einen leckeren Lulo-Saft. Überhaupt, diese vielen exotischen Säfte! Wie kann man nur ohne sie leben?

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Exotisch sind auch die überwältigenden Silikonbrüste der Muneca, der Puppe, eines (wahrscheinlich) lokalen Mafiosi, welcher wiederum duch sein nicht sonderlich attraktives Äußeres samt Fokuhila Aufsehen erregt. Beide suchen wie wir Erholung im Valle de Cocora. Sind Schönheits-OPs doch etwas selbstverständliches in Kolumbien? Ganz sicher aber machen sie nicht schlauer, gesünder und überhaupt alles besser, wie es in einer großformatigen Werbeanzeige im Bordmagazin von Continental Airlines beschwörend beworben wurde.

Müde lassen wir im Whirlpool die Gedanken des Tages vorbeiziehen. Morgen wird uns Tony schon um sieben abholen. Und wir dürfen wieder gespannt sein, welche schönen Überraschungen er sich für uns ausgedacht hat.

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