Samstag, 4. September 2010 von
Wir sind zurück im Kühlschränkchen, wie die in 2640m Höhe gelegene Hauptstadt Bogota bei den Kolumbianern gerne genannt wird. Hier begann die Reise vor zwei Wochen, die eine Ewigkeit zu überspannen scheinen.
Eine letzte Ajiaco Suppe (eine Art Kartoffelsuppe mit Hühnchen, Avocado, Mais und Reis) im Mama Lupe, ein letzter Cocktail im Sanalejo. Wir denken zurück an den großartigen Ausflug ins Andres Carne de Res, das uns schon am ersten Abend einen Vorgeschmack auf die hervorragende Küche und unvergeßliche Feierlaune der Kolumbianer gegeben hat. Ich hielt es nicht für möglich, dass die 8 Millionen Bogotaner jeden Sonntag ihre Hauptverkehrsstraße sperren, um dort Rad zu fahren und Sport zu treiben! (Und wir mit dem Rad natürlich mittendrin.) Ein Goldmuseum, das den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Die vielen Studenten. Der Blick vom Monserrate.
Aber auch: der Benzingeruch und Smog! Eine schier unendliche Buskette im täglichen Feierabendstau. Die hupenden und blinkenden Autos auf den Straßen. Ein abgerissener Bettler, der seine wenige Habe auf einer Holzpalette hinter sich herschleift. Der alte Mann, der im Eingang eines Geschäfts durch schrecklichen Karaoke-Gesang vergeblich Kunden anzulocken hofft.
Wir wollen nachsichtig sein mit dieser großen Stadt, die noch viel vor sich hat, in der die Straßen aufgerissen sind und Baustellen allerorts für ein noch größeres Verkehrschaos sorgen.
Wird uns das Taxi morgen früh finden, inmitten dieses Wirrwars von Einbahnstraßen und Baustellen? Wir werden sehen.